Eine fünf Jahre alte Website, die nie für SEO optimiert wurde, kein Schema Markup hat, auf Mobile schlecht aussieht und in ChatGPT nicht vorkommt. Das ist der Ausgangspunkt für die meisten Website-Relaunch-Projekte, die die Werbeagentur dmp begleitet.
Ein Website-Relaunch ist in der Wahrnehmung vieler Unternehmen primär ein Design-Projekt: neue Optik, neue Farben, vielleicht eine neue Struktur. Was er in Wirklichkeit ist: die beste Gelegenheit, strategische und technische Grundlagen zu legen, die jahrelang wirken. Wer einen Relaunch ohne GEO-Strategie durchführt, baut eine neue Website, die dieselben Sichtbarkeitsprobleme hat wie die alte.
Dieser Leitfaden führt durch alle Phasen eines Website-Relaunchs, der von Anfang an für GEO und KI-Sichtbarkeit ausgelegt ist.
Phase 1: Analyse der bestehenden Website – was retten, was neu aufbauen
Vor dem Relaunch steht die ehrliche Bestandsaufnahme. Nicht alles an einer bestehenden Website ist schlecht – und manches ist zu wertvoll, um es wegzuwerfen.
Was analysiert werden muss
- Bestehende Rankings: Welche Seiten ranken bereits für relevante Keywords in Google? Diese Seiten dürfen beim Relaunch nicht einfach gelöscht werden – ihre URLs müssen mit 301-Weiterleitungen auf die neuen URLs verweisen, sonst gehen die Rankings verloren.
- Bestehende Backlinks: Welche externen Seiten verlinken auf die bestehende Website? Ahrefs oder SEMrush zeigen das. Wenn URLs sich beim Relaunch ändern, sollen für alle verlinkten URLs 301-Weiterleitungen gesetzt werden.
- Traffic-Analyse: Welche Seiten bringen heute den meisten Traffic? Diese Inhalte haben bewiesene Relevanz – sie sollen beim Relaunch verbessert, nicht ersetzt werden.
- Technische Schulden: Schlechte Core Web Vitals, JavaScript-Rendering-Probleme, fehlende Schema-Markups, kaputte Links – all das wird dokumentiert und beim Relaunch behoben.
- GEO-Audit: Wie gut ist die bestehende Website für KI-Sichtbarkeit aufgestellt? Unsere 20-Punkte-Checkliste gibt eine klare Bestandsaufnahme.
Kritischer Hinweis zum SEO-Schutz beim Relaunch
Das häufigste und teuerste Fehler beim Website-Relaunch: URL-Struktur ändert sich, aber 301-Weiterleitungen fehlen.
Ergebnis: Alle bestehenden Google-Rankings gehen verloren – manchmal dauerhaft.
Regel: Jede bestehende URL, die Traffic hatte, muss eine 301-Weiterleitung auf die neue URL bekommen.Diesen Punkt immer explizit im Briefing an den Entwickler aufnehmen.
Phase 2: Strategie und Architektur – GEO von Grund auf denken
Die Seitenarchitektur nach Hub-&-Spoke aufbauen
Beim Relaunch ist die Chance, die interne Verlinkungsarchitektur von Anfang an korrekt aufzubauen. Hub-Seiten für alle wichtigen Themencluster definieren, Spokes planen, Verlinkungen einzeichnen – bevor eine einzige Seite entwickelt wird.
Keyword-Strategie und GEO-Inhaltsstrategie zusammenführen
Klassische Keyword-Recherche (was wird in Google gesucht?) wird beim GEO-orientierten Relaunch um eine Fragen-Analyse erweitert: Was fragt die Zielgruppe in ChatGPT und Perplexity? Oft sind das längere, natürlichsprachlichere Anfragen als klassische Keywords. Beide Perspektiven gemeinsam ergeben die Seitenstruktur und die Inhaltsplanung.
URL-Struktur von Anfang an GEO-konform planen
Keyword-reiche, lesbare URL-Slugs von Anfang an definieren – nicht nachträglich ändern. Eine einmal festgelegte URL-Struktur soll stabil bleiben, weil jede Änderung potenziell Rankings kostet.
Phase 3: Design und UX – für Menschen und für KI
Visuelle Hierarchie, die KI-Lesbarkeit unterstützt
Gutes B2B-Webdesign und gute GEO-Optimierung sind keine Gegensätze – sie ergänzen sich. Ein Design, das klare visuelle H1/H2/H3-Hierarchien setzt, strukturierte Informationsblöcke nutzt und FAQ-Bereiche prominent platziert, ist gleichzeitig nutzerfreundlich und KI-lesbar.
Was im Design-Briefing explizit stehen muss
- H1, H2, H3 visuell klar unterscheidbar – keine H-Ebenen als reine Design-Elemente missbrauchen
- FAQ-Blöcke als Standard-Designelement auf jeder Service-Seite einplanen
- Testimonial-Bereich mit Foto, Name, Funktion und Unternehmen als fester Template-Bestandteil
- Glossar-Abschnitt als optionaler Seitenbaustein vorhalten
- CTA-Hierarchie definieren: primärer CTA visuell dominant, zwei bis drei sekundäre CTAs je Seite
Phase 4: Technische Umsetzung – die GEO-Checkliste für den Entwickler
Diese Punkte sollen explizit im Entwickler-Briefing stehen – nicht als Nachgedanke nach dem Launch:
| Technische Maßnahme | Priorität | Hinweis für Briefing |
| Organization-Schema (JSON-LD) im HTML-Head | Hoch | Alle Standorte, Social-Profiles, Gründungsjahr, Beschreibung |
| FAQPage-Schema auf allen Seiten mit FAQ-Block | Hoch | Via Yoast SEO Plugin oder manuell – exakt die sichtbaren Fragen/Antworten |
| Person-Schema für Geschäftsführung | Hoch | Name, Titel, Hochschule, Arbeitgeber, LinkedIn-URL |
| Article-Schema auf Blog-Artikeln | Hoch | Inkl. Autoren-Verweis und Veröffentlichungsdatum |
| BreadcrumbList-Schema auf allen Unterseiten | Mittel | Via Yoast oder manuell |
| llms.txt unter /llms.txt erstellen | Hoch | Plain-Text, Unternehmensübersicht, wichtige URLs |
| robots.txt: KI-Crawler erlauben | Hoch | GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended explizit Allow |
| Canonical Tags auf allen Seiten | Hoch | Selbstreferenziell, konsistent mit gewählter Domain-Variante |
| 301-Weiterleitungen von alten URLs | Hoch | Vollständige Mapping-Liste vor Launch bereitstellen |
| Sitemap.xml erstellen und einreichen | Mittel | In Google Search Console einreichen nach Launch |
| Open Graph Tags vollständig | Mittel | og:title, og:description, og:image (1200×630px), og:url |
| Core Web Vitals optimiert | Mittel | Ziel: LCP < 2,5s, CLS < 0,1 – via Lighthouse messen |
| Bilder als WebP ausliefern | Mittel | Automatisch via Caching-Plugin oder serverseitig |
| Alle Bilder mit beschreibenden alt-Texten | Mittel | Nicht ‚Bild1.jpg‘ sondern ‚Janine Wald Geschäftsführerin dmp‘ |
Phase 5: Content-Migration und -Erstellung
Der Relaunch ist die beste Gelegenheit, alle Inhalte zu überarbeiten. Was bei der Content-Migration zu beachten ist:
- Bestehende gute Texte verbessern, nicht nur kopieren: FAQ-Blöcke ergänzen, Statistiken mit Quellenangaben versehen, H-Struktur korrekt aufbauen.
- Schwache oder veraltete Texte vollständig neu schreiben: Alles, was kein Mehrwert war, ist beim Relaunch eine Chance zur Verbesserung.
- Pillar-Artikel und Leitfäden priorisieren: Mindestens für die wichtigsten drei bis fünf Themencluster sollen Pillar-Artikel beim Relaunch fertig sein.
- Autorenprofile und Biographien anlegen: Wenn noch nicht vorhanden: beim Relaunch einbauen.
Phase 6: Launch und Post-Launch
Vor dem Launch
- Alle 301-Weiterleitungen getestet
- Schema Markup validiert (Google Rich Results Test)
- llms.txt erreichbar
- Core Web Vitals gemessen und akzeptabel
- Sitemap.xml vollständig und korrekt
Nach dem Launch (erste 48 Stunden)
- Website in Google Search Console als Eigentümer verifizieren
- Sitemap.xml in Search Console einreichen
- Google-Indexierung für wichtigste Seiten anfordern (URL-Inspektion → Indexierung beantragen)
- GA4 auf korrekte Datenerfassung prüfen
- Alle wichtigen Seiten manuell auf korrekte Darstellung auf Desktop und Mobile prüfen
FAQ – Häufige Fragen zum Website-Relaunch mit GEO
Ein professioneller Relaunch mit vollständiger GEO-Strategie, Konzept, Design, Entwicklung und Content-Migration dauert typischerweise 12 bis 20 Wochen. Schnellere Projekte sind möglich, aber gehen auf Kosten der Tiefe – entweder bei der Content-Qualität oder bei der technischen GEO-Umsetzung. Die Werbeagentur dmp empfiehlt, ausreichend Zeit für die Strategie- und Konzeptphase einzuplanen: Was in den ersten vier Wochen strategisch festgelegt wird, bestimmt die Qualität des Ergebnisses für die nächsten fünf Jahre.
Bei korrekt gesetzten 301-Weiterleitungen: Die Rankings werden in den meisten Fällen übertragen – kurzfristige Schwankungen in den ersten zwei bis vier Wochen sind normal und erholen sich. Bei fehlenden oder falschen Weiterleitungen: signifikante und oft dauerhafte Ranking-Verluste. Das ist der häufigste und teuerste Fehler bei Website-Relaunchs, den die Werbeagentur dmp in ihrer Projektarbeit immer explizit absichert.
Ein CMS-Wechsel (z. B. von Joomla auf WordPress) oder ein Domain-Wechsel (z. B. von .at auf .de) beim Relaunch ist möglich, erhöht aber die technische Komplexität erheblich und birgt mehr Risiken für bestehende Rankings. Empfehlung: Wenn ein Wechsel strategisch notwendig ist (schlechtes CMS, falsche Domain), dann jetzt – aber mit besonders sorgfältiger Weiterleitungs-Strategie und klarer Kommunikation an Google via Search Console.
